Sache des Vetrauens
Immer wieder hörte Karl Flieders die Worte " Vertrauen sie mir, ich weiß das es Zeit braucht um zu heilen. " er konnte diese Worte schon auswendig. Auch jetzt war er wieder bei einem dieser Heiler die ihm von den vorigen angepriesen wurden. Mehrere Male mußte er schon zwei Bekannte mitnehmen um überhaupt in das Gebäude zu kommen, allein mit seinem E - Rollstuhl war es ihm oft nicht möglich. Es geschah auch das er sich Heilungsunwillen vorwerfen lassen mußte. Da er aber inzwischen wusste das es diesen Menschen nur um sein Vermögen ging, das er sich mühsam erarbeitet hatte, beschloß er ihnen den Gefallen zu tun und tat so als ob er von nichts wußte. Trotz seines geerbten Reichtums ging er einer normalen Arbeit nach und behielt nur das was nach großzügigen Spenden an soziale Stiftungen und Behindertenheimen übrig war. Das Haus behielt er und baute es um, denn nachdem schweren Unfall auf einer der vielen Baustellen auf der er als Maurer arbeitete, mußte er ja nun mit dem Raumschiff ran. Zu Hause stapelten sich schon die Quittungen und Notizen diverser sogenannter Heiler und beinah wäre er mit seinem Starfleetshuttle, wie er seinen Rollstuhl, der mit Starfleet-Symbolen und Stickern geschmückt war nannte, gegen den Tisch gefahren. " Computer fahre Tisch ein ! " befahl er und setzte zurück, die etwas metallen klingende Computerstimme flüsterte " erledigt, entschuldigen sie bitte, Sir ! " und lies gleich darauf eine Stadtplan auf dem Küchenschrank erscheinen. " Aha, wusst ich es doch ! " rief er aus und fuhr zum Kühlschrank um sich ein Glas kaltes Wasser zu genehmigen. Wenig später steht auch seine Frau Sahra in der Tür und sieht den Stadtplan im Spiegel. " Du kannst es wieder mal nicht lassen was ? " fragt sie ihn aus Neugier und geht auf ihn zu. Überrascht dreht Karl sich etwas zu schnell um und schwupps landet das Eiswasser auf seinem Schoß als er seine Frau entdeckt " Was machst du denn schon hier ? Wolltest du nicht erst morgen wieder kommen ? Ich versuche nur die falschen Fufziger ausfindig zu machen. " erwidert Karl und sieht Sahra an. " Die Nanobots abliefern und da die schon vorgestern fertig waren bin ich heute schon wieder zu Hause. Ich tu sie gleich mal in die Ladebox und programmier sie. " antwortet Sahra und geht nach oben. " Ich komme gleich nach Schatz ! " ruft er ihr nach und schickt den Plan per Knopfdruck zur Polizei. Am nächsten Morgen nachdem er sich wieder angezogen hat fährt er mit dem Wagen zu einer anderen Heilerin, die neben seinem Hausarzt eine Praxis hat. Kaum ist der VW in der Parklücke und die Rampe ausgefahren, schon steht die Dame neben der Rampe. Karl fährt gerade die Rampe herunter und erschreckt sich als er sie sieht. " Sehe ich so schrecklich aus ? " fragt Frau Meier zum Scherz und setzt etwas zurück. " Nein. Sie haben mich nur überrascht. " erwidert Karl und fährt die Rampe seines Wagens per Fernbedinung ein. " Sie brauchen neue Schmerzmittel nehme ich an ? " fragt diese und steigt aus ihrem alten Golf. " Ja. Woher wissen sie das ? " verwundert sieht Karl die junge Frau an und fährt langsam die Rampe zur Praxis von Dr. Stein hoch. " Ich sehe sie fast jede Woche hier. Wie wäre es wenn sie mal bei mir vorbeischauen ? fragt sie und geht ebenso langsam neben Karl her. " Kann ich gerne machen, aber ich glaube kaum das sie mich von meiner Querschnittslähmung heilen können. " entgegnet er und fährt etwas schneller weiter. " Ich weiß das das nicht möglich ist Herr Flieder. Ich möchte ihnen nur den Schmerz nehmen. Diese Scharlatanerei kenne ich nur zu gut. " erwidert sie und betritt das Praxisgebäude zusammen mit Karl Flieder. Karl fährt zuerst zu Dr. Stein und holt die Schmerzmittel. Dann aber fährt er in die andere Praxis, er staunt nicht schlecht als statt der weißen, sterilen Wände eine blühende Wohlfühloase vorfindet. " Ah Herr Flieder ! Herzlich willkommen in meiner Praxis ! " empfängt ihn die Dame von vorhin. " Das muss ja ziemlich teuer gewesen sein ! " sagt Karl und zeigt in den Raum. " Einiges davon schon, aber das meiste ist mir von zufriedenen Kunden geschenkt worden und das auch noch freiwillig. Mein Motto ist gib was du willst und wenn nicht auch gut. " antwortet sie freundlich und bittet Karl sich dahin zu stellen wo er will. " Alles freiwillig ? " fragt er noch etwas misstrauisch und legt sich auf einen riesigen Haufen Kissen. " Ja. Bei mir ist eben alles Vertrauenssache von beiden Seiten. Ich nehme an das ihnen Heilungsunwille vorgeworfen wurde ? " fragt sie und holt ein fruchtig frisch duftendes Öl. " Ja. " antwortet Karl kurz und schläft schon fast ein, als Petra Meier mit dem Öl wieder kommt und ihn bittet sein T - Shirt auszuziehen. " Keine Sorge Karl ich werde sie nur hiermit einreiben. " deutet sie Karls entsetzten Blick richtig und reibt ihn damit ein. Kurz dannach schläft er ein und Petra geht an den Pc um etwas zu spielen.
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